Montag, 14. Juni 2010

brummen und grün.

an einem wolkigen, garnichtmal schwülen, aber kühlen sommernachmittag sitze ich auf einer bank in unserem garten. ich schaue meinem vater beim rasenmähen zu und denke dabei über die welt nach. ab und an muss ich aber aufstehen, um den schubkarren mit dem gras richtung kompost zu transportieren. ab und an lese ich in einem buch. starre dann wahlweise boden oder himmel an, lausche dem brummen und regelmäßigen abwürgen des rasenmähers und lasse die gedanken schweifen. ich denke über die letzten tage nach, die wenig liebe, dafür aber umsomehr schulstress für mich bereitgehalten hatten. viekzuwenig schlaf und vielzuviel koffein bestimmten diese tage. endlich notenschluss, denke ich mir. und fühle mich immernoch müde. neulich war ich beim zahnarzt. angeblich soll ich jetzt weise sein. oder spätestens im september, meinten sie dort. dann wären die weisheitszähne auch rausgewachsen. in zwei wochen schon werde ich achtzehn und bei diesem zahnarztbesuch bekam ich meine letzte kostenlose prophylaxebehandlung. schon krass, denke ich mir, dass man ab erreichen der volljährigkeit jede sicherheit, jeden schutz extra bezahlen muss. und dass jeder genuss zusätzliche schmerzen, hier in form von löchern, zur folge hat. ich fühle die müdigkeit und neidergeschlagenheit, öffne meinen mund, ziehe langsam die luft ein und schlucke, nachdem ich den mund wieder geschlossen habe. "hat zeit schon immer so bittersüß geschmeckt?", kommt es mir in den sinn. vielleicht. vielleicht nehmen die auch andere zutaten, oder die ernte ist schlecht ausgefallen. apropos ernte: während der abschweifung hat mir vater die schubkarre wieder vollgemacht. zeit aufzustehen. und so mag das wohl mit allen dingen sein:
der zahn der zeit lässt gras über die sache wachsen. bis gott merkt, er müsste mal wieder rasen mähen, oder zum zahnarzt.

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